Archiv für Januar 2013

»What do you call that noise? this is pop. a series of related events.«

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Mit der letztjährigen Vortrags- und Konzertreihe »What’s all the noise? Von Nischen, Grenzen und Räumen zwischen Bildender Kunst und Musik« hat die Konzertgruppe »show.off-Konzerte«, in Kooperation mit »basis«, angefangen ihre praktische Tätigkeit theoretisch zu begleiten. Stand in der Reihe das Verhältnis von Kunst und Musik im Zentrum des Interesses, soll in dieser Fortsetzung die Aufmerksamkeit vor allem Pop-theoretischem gewidmet werden.

Vor allem geht es um die Musik. Auch diesmal gehen wir eine neue Kooperation ein und freuen uns, zusammen mit »Rameaus Neffe« das Konzert am 04. Feburar mit Tropa Macaca, Anne Imhof und lunchforyou zu präsentieren. Darüber hinaus können wir einen guten, alten Bekannten, in einer neuen Location begrüßen: Touchy Mob wird zusammen mit der wunderbaren Tellavision am 29.01. die Kälte vom Pferd reißen. Gerahmt werden die beiden Konzerte von zwei, mit reichlich musikalischem Material angereicherten, Vorträgen. Frank Apunkt Schneider wird zeigen, warum es immer noch lohnt, sich mit dem Verhältnis von (Pop-)Musik und Gesellschaft auseinanderzusetzen und warum der Diskurs um Pop politisch bleibt und nicht akademisch. Den Abschluss wird Klaus Walters einmaliges Vortragsformat des kommentierten Auflegens machen, bei dem er uns – vielleicht eine Art historische Skizze – die Zyklen der ver- und entkunstung der Popmusik bis in die aktuellste Jetzigkeit hinein zeigen wird.

What do you call that noise that you put on?

This
Is
Pop

Yeah Yeah.

22.01. 20 Uhr Café KoZ
Vortrag mit Frank Apunkt Schneider:
»Deutschpop halt’s Maul! Für eine Ästhetik der Verkrampfung«
Danach Barabend mit Debil Dezibel
http://www.facebook.com/events/320476741402695/

Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik.
An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom »Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.

Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler, Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Mitherausgeber der Testcard, Redakteur bei Skug und außerdem der deutsche Außenposten der Kulturbewegung monochrom (www.monochrom.at).

Im Anschluss spielt das DJ Team »Debil Dezibel« mehr oder weniger thematisch passende Musik.

29.01. 21 Uhr Café KoZ
Konzert mit Touchy Mob & Tellavision
Davor und danach pienzig
http://www.facebook.com/events/351490708292529/

Das dritte mal kommt Touchy Mob nach Frankfurt, das zweite mal mit Tellavision und das erste mal mit der ersten Vinyl Veröffentlichung im Gepäck, nachdem er in der zwischenzeit seinen ersten Spex Artikel bekommen hat und seine Bartlänge es immer noch locker mit Hans Unstern aufnehmen kann. Ludwig ist ja sowieso sowas wie der Hans Unstern des James Blake Post-SingerSongwritertums. Yolo.

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..::Touchy Mob::..

http://www.youtube.com/watch?v=mXEU8OqcT_A

Touchy Mob is the plenty-limbed, vulnerable love affair of a hauntingly warm guitar song and the body language of beats, that are meant for a floor. It’s a long-term marriage to the lyrical intensity and comforting darkness of songwriters like Chad VanGaalen, yet with a heavy crush on the riffs of the rave, throwing in found-sound stuff like The Books do, laying a kiss on the kraut history here and there, but in Four Tet marching time. Songs grow on instant glances of admiration instead of continuous influence, scratching along towards punchlines, that can be entirely different in sound yet cohesive in general aesthetic or mood, not a dense mass, but a mass to get lost in.

..::Tellavision::..

http://www.youtube.com/watch?v=txzfxk3wTZs

Tellavision turns abstract occurrences into sound. Infatuated with colours and spirit, it’s an elusive affair: Lo-fi attitude, movement and depth walk side by side, songs spiral out in all directions. They know no present, no fixed state or version, it’s experimental without being arty farty. If anything makes sense, it’s this!

Davor und danach tut pienzig elektronische Musik auflegen.

04.02. 20:30 Uhr Café KoZ
Konzert mit Tropa Macaca & Anne Imhof & lunchforyou
präsentiert in Kooperation mit Ramaeus Neffe

Tropamacaca

Tropa Macaca

are the ambient-noise duo of André Abel and Joana da Conceição. They have been going strong from their Portugal home base since 2005, while lunging out into the world with releases via Qbico, Ruby Red and Siltbreeze.

The newly released EP, Ectoplasma on Software Records (the sub-label of Mexican Summer owned by Onehotrix Point Never’s Dan Lopatin) has been described by Dummy Magazine as “(…) a lesson in pure sound design as potent as SND or Aaron Dilloway, yet filled with an unctuous listenability, a primordial, glowing slime that’s as addictive yet stately as the best in the genre (…)”

http://www.tropamacaca.com/

Anne Imhof

studied at the Hochschule für Gestaltung in Offenbach from 2000-2003 and went on to earn a master student diploma at the Städelschule in Frankfurt in 2012.

Her work, is a combination of performance-art, dance and sound sculptures of her own composition. A central feature of her performances are precisely constructed choreographies designed with intentional free room for improvisation.

http://soundcloud.com/anneimhof

lunchforyou

Tobias Fischer bringer of the finest Beach-Drone-Pop and known as „Lunchforyou“, makes music that is like concrete graffiti sprayed beaches, bleached out polaroids, slomo-skater-videos and the smell of blazing heat on asphalt. Especially for friends of „Topaz Rags“, „Sun Araw“, „Ducktails“ and the like.

His music is set to be released on the super nice tape-label Kind City. When they say: „We like drone, and we like psychedelic stuff – that makes you feel nice and warm.“ … You have to say: „we like you, too.“

http://soundcloud.com/lunchforyou

06.02. 20 Uhr Café KoZ
Kommentiertes Auflegen mit Klaus Walter:
»Fuck art – let´s dance! Fuck dance – let´s fuck! Pop & Kunst, Popkunst, Kunstpop.«
http://www.facebook.com/events/565723870121839/

»Fuck art – let´s dance! Fuck dance – let´s fuck! Pop & Kunst, Popkunst, Kunstpop.«

Ist Pop Kunst oder hört Pop auf, Pop zu sein, wenn er Kunst wird? „Fuck art – let´s dance!” Mit dieser Parole wird zu Post-Punk-Zeiten auf die Verkunstung von Pop reagiert. Die Reaktion folgt auf dem Fuße: „Fuck dance – let´s fuck!” Dreißg Jahre sind seitdem vergangen Zunächst folgt weiterhin zyklisch auf jede Phase der artifiziellen Verfeinerung eine Tabula Rasa-Geste, hau weg den Scheiß. Im heutigen Pop der tausend Nischen herrscht eine kontaktarme Variante der friedlichen Koexistenz. Artrock heißt jetzt Radiohead und die Tabula Rasa-Veteranen von den Toten Hosen haben das meistverkaufte Album des Jahres 2012.

Pop & Art: Kommentiertes Auflegen mit Videoclips.